Sonntag, 2. August 2015
Amerikanische Klischees - lebendig in Kanada
Wenn man in Kanada unterwegs ist, fallen einem ab und an ein paar Sachen auf, die man eigentlich in einem amerikanischen Film erwarten würde. Das fängt schon im Straßenverkehr bei den Schulbussen an. Die sind genauso gelb und klein und haben diese süße kleine vorstehende Motorhaube, wie man es aus den Filmen kennt.

Auch einen Chearleading-Verein habe ich entdeckt als ich mit dem Fahrrad unterwegs war.
Und wer die Werbung von "Die Limo" mit Joko und Klaas kennt, hat sich bestimmt schon mal gefragt, welches Kind auf der Straße Limonade verkauft. Ich kann euch diese Frage beantworten, denn als ich gerade auf dem Heimweg war, saß an der Straßenecke doch wirklich ein Kind, das einen Sonnenschirm über sich und einen Tisch vor sich hatte. Das Mädchen hatte eine Karaffe mit einer grün-gelben Flüssigkeit vor sich stehen in der Zitronen schwammen. Zuerst habe ich nicht ganz begriffen, warum das Kind mitten am Tag auf dem Gehweg rumsitzt und irgendein seltsames Getränk vor sich abgestellt hat, aber dann ist mir die oben genannte Werbung eingefallen und ich konnte mir das Grinsen nicht ganz verkneifen.
Auch nachdem mein Onkel mich vom Flughafen abgeholt hatte und ich zum ersten Mal die Garage betrat musste ich erst einmal lachen, denn vor mir standen die niegel nagel neuen Fahrräder der Zwillinge auf die ich im kommenden halben Jahr aufpassen sollte. Sie sahen aus, wie Kinderfahrräder aus amerikanischen Filmen eben auszusehen haben. Rechts und links vom Lenker hing etwas das aussah wie pinkes und weißes Lametta, der Rahmen war natürlich pink mit Blümchen verziert und die Reifen passend dazu in weiß. Es hätte nur noch das Fähnchen gefehlt um es filmtauglich zu machen.

Gestern war die Geburtstagsparty von den Kids und sie waren natürlich total aufgeregt. Hier in Kanada ist es üblich, dass auch bei den kleinen Kindern ein riesen Aufwand betrieben wird. Es wird eine Location gemietet und essen geordert. Wie würde so ein Kindergeburtstag in einem amerikanischen Film aussehen? Richtig, eine Fee würde kommen. Als ich meine Tante fragte, warum den so ein Aufwand für solchen kleinen Kinder betrieben werde, erzählte sie mir was die anderen Eltern aufboten. Zum Beispiel waren die Zwillinge schon auf einem Geburtstag, wo sie Pony reiten durften und bei einem anderen Geburtstag, kam zwar keine Fee, aber Cinderella wurde höchstpersönlich einbestellt.
Manchmal musste ich wirklich lachen, weil das alles so klischeebehaftet ist, dass man überhaupt nicht denkt, dass es sowas tatsächlich gibt.

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Montag, 27. Juli 2015
Startschwierigkeiten bei der Einreise
Once upon a time... a girl wanted to go to Canada. Sie wachte eines Morgens auf und wurde von ihrer Mutter an den Flughafen gefahren, wo sich diese unter Tränen verabschiedete. Das Mädchen überstand den Flug ohne große Probleme und konnte sogar ein Gericht aus der ersten Klasse abstauben. Während des Fluges wurde ihr und den anderen Passagieren ein Fragebogen ausgeteilt auf dem man Dinge gefragt wurde, wie zum Beispiel ob man Waffen bei sich hat oder sonst irgendwelche illegalen Gegenstände. Nachdem sie diese Fragen mit "Nein!!!" beantwortet und den Flieger nach der Landung verlassen hatte, wurden sie und alle anderen zu einer Reihe von Schaltern geschleust, an welchen man dem jeweiligen Beamten seinen ausgefüllten Zettel und den Reisepass vorzeigen musste. Als das Mädchen endlich an der Reihe war, musste sie sich direkt im canadischen Smalltalk üben und weitere Fragen beantworten. Nachdem der Beamte ihr etwas auf den Zettel gekritzelt und ihr diesen zurück gegeben hatte, machte es sich auf den Weg das Gepäck zu holen und den Flughafen zu verlassen. Kurz vor dem Ausgang musste sie jedoch ihren Zettel abgeben und als der Mann das Gekritzel auf ihrem Blatt sah, schickte er sie in einen gesonderten Raum, in dem nur vereinzelt Menschen zu sehen waren. Diejenigen die keine Uniform trugen, hatten ihren Koffer geöffnet und entleert vor sich liegen, während die Uniformierten in den Klamotten wühlten. Das Mädchen wurde von einem Mann in Uniform nach empfangen und musste einige Fragen beantworten, sowie die Adresse und die Telefonnummer ihrer zukünftigen Bleibe aushändigen. Daraufhin verschwand der Mann mit allen Daten und ihrem Reisepass. Als er wiederkam durchwühlte er das Gepäck des Mädchens und ließ sie alles wieder einräumen. Endlich durfte sie gehen. Als sie in ihrer zukünftigen Bleibe angekommen war, erfuhr sie, dass der Beamte dort angerufen hatte, während er verschwunden war und dort die selben Fragen gestellt hatte wie ihr zuvor. Nach dem ganzen Stress nahm sich das Mädchen vor das nächste Mal ein Visum zu organisieren.
The End.

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