Mittwoch, 26. August 2015
Filmkulisse gesichtet
Der Letzt bin ich mit dem Fahrrad mal wieder zum Crescent Park gefahren. Kurz bevor ich dort ankam, fiel mir ein, dass Leona mit den Kindern auch dorthin wollte, also hielt ich beim Eingang vom Park ein wenig Ausschau nach Leonas Auto, das ich jedoch nirgends erkennen konnte. Also began ich zu joggen und als ich beim Spielplatz vorbeikam, sah ich sie tatsächlich. Ich sprach eines der Kinder, Sophia, an und als sie mich nach dem ersten Schock erkannte, fing sie an nach Leona zu rufen um ihr zu sagen, dass ich auch hier war. Sie schrie über den ganzen Spielplatz und freute sich sichtlich, dass ich auch da war. Das war wirklich ein großartiges Gefühl. Nachdem ich auch Leona und das andere Mädchen, Alexis, begrüßt hatte, schnappte ich mir Alexis, setzte sie mir auf den Schoß und wir schaukelten zusammen. Sie war natürlich ordentlich stolz, dass sie auch auf die große Schaukel durfte und nicht die "Babyschaukel" benutzen musste. Es ist wirklich toll, wenn die Kinder sich so sehr freuen, dass man da ist und einem Vertrauen entgegen bringen.
Letzten Freitag waren Leona und ich mit den Kindern in Steveston, dass ist ein Dorf oder eine Stadt am Meer. Direkt neben unserem Parkplatz sahen wir kleine Stände und es sah aus wie auf einer deutschen Kirmes vor dem Kirmeszelt. Als wir dann ein paar Leute fragten, was hier los sei, erfuhren wir, dass hier eine Filmkulisse für die Serie "Once upon a time" vor uns stand. Natürlich musste ich auch erst einmal ein paar Fotos davon machen. Sowas habe ich vorher noch nie gesehen, die Straßen wurden abgesperrt, die Schauspieler liefen herum und eine Frau verteilte Herbstblätter auf der Straße.


Am nächsten Tag fuhren wir erneut nach Steveston, weil wir erfahren hatten, dass ein großes Drachenbootfestival veranstalted werden sollte. Es wurden viele Drachenbootrennen abgehalten und die Kinder verfolgten alles gespannt, als dann plötzlich neben uns eine alte Frau umkippte. Leider konnte sie niemand auffangen und so viel sie auf den Kopf, der danach natürlich anfing zu bluten. Zuerst lag sie einfach nur da und bewegte sich nicht mehr, obwohl sich eine Frau um sie kümmerte. Nach einer Weile fing sie jedoch an ihre Hand zu bewegen, was mich sehr beruhigte, da ich schon Angst hatte, dass sie die Augen nie mehr öffnen würde. Nach dem Schock holten wir uns erst einmal einen Smoothie und machten uns langsam auf den Heimweg.
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Abends ging ich noch feiern mit einem finnischen au pair Mädchen. Wir haben uns vorher schonmal in Vancouver getroffen und sie wollte mir Chinatown zeigen. Da sie aber keinen ausgeprägten Orientierungssinn hat, sind wir im Armenviertel von Vancouver gelandet. Das passiert hier schnell, weil man hier nur um eine Häuserecke biegen muss um von dem schönen Teil Vancouvers in den Hässlichen zu kommen. Natürlich wusste ich nicht, dass das der arme Teil von Vancouver ist, aber mir wurde schon etwas mulmig bei dem Anblick von all den Obdachlosen und Junkies, denen man teilweise angesehen hat, dass sie drauf sind. Das schlimmste war, dass auf der anderen Straßenseite eine einzelne Klokabine stand, mitten auf dem Gehweg, die von einer übergewichtigen Frau verwendet wurde, welche es nicht für nötig hielt die Tür zu schließen, obwohl unzählige Leute auf der Straße waren. Unglücklicherweise war ich auch noch in Flip Flops unterwegs, sodass ich mir gar nicht vorstellen wollte, durch welche Flüssigkeiten am Boden ich gerade lief, die auf meinen Fuß spritzten. Dummerweise hat sich der Horrortrip durch diesen Stadtteil nicht mal mehr gelohnt, da Chinatown wie leergefegt war und die Läden alle geschlossen hatten. Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich nicht mehr in diese Ecke der Stadt gehen werde.
Wenn ihr wollt könnt ihr euch mal dieses Video anschauen über diesen Teil Vancouvers.
https://www.youtube.com/watch?v=fbIFkY85ZSQ

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Donnerstag, 20. August 2015
Ermüdende Kinder und schwules Dreiergespann
Ich führe meine Erzählungen am besten gleich am Tag nach dem Treffen mit der New Yorkerin und der Backpackerin aus der Schweiz fort, denn am nächsten Morgen sind meine Gastfamilie, also mein Onkel und seine Familie, und ich chinesisch essen gegangen. Wenn man morgens zum Chinesen geht, kann man dort brunchen und es nennt sich "Dim Sum". Glücklicherweise ist meine Tante Chinesin und weiß was man alles leckeres bestellen kann. Zum Beispiel gab es Rindfleisch mit Zucker oder Nudeln aus Reis, aber auch etwas, dass aussieht wie eine kleine Dampfnudel und mit einer roten süßen Soße gefüllt ist. Als mein Onkel meinte, dass in der Soße auch Fleisch ist wollte ich ihm gar nicht glauben. Die größte Herausforderung war jedoch sich am frühen morgen schon so stark konzentrieren zu müssen überhaupt etwas von dem leckeren Essen in den Mund zu befördern, weil man hier in Canada beim Chinesen, Japaner oder Koreaner nicht, wie an einer chinesischen Fast Food Bude in Deutschland, eine Gabel in die Hand gedrückt bekommt, sondern sich mit zwei langen dünnen stiehlförmigen Hölzern zufrieden geben muss.

Am 11. August mussten die Zwillinge zum Friseur. Also schnappten sie sich ihre Roller und düsten vor meiner Tante, Leona, und mir her. Auf dem Rückweg ging Leona schonmal vor um mit dem Kochen zu beginnen. In der Zeit besuchten die Kinder und ich die Enten, die ganz in der Nähe waren. Als wir uns auf den Heimweg machen wollten, fragte ich die Zwillinge, ob wir links oder rechts lang gehen sollten. Das war ein Fehler, denn natürlich wollte jede in eine unterschiedliche Richtung. Das Problem war, dass sie sich einfach auf ihre Roller stellten und sich auf dem Weg machten den eigenmächtig gewählten Heimweg anzutreten. Erst nach dem gefühlten hundertsten "STOP" meinerseits, hielten sie es für nötig stehen zu bleiben und sich zu mir umzudrehen, zurückkommen wollten sie aber leider nicht. Also beschloss ich die Sache anders anzugehen und kommandierte, dass die ganze Manschaft nun den rechten Heimweg anzutreten habe. Natürlich fing Alexis, die lieber links lang gegangen wäre, an zu schreien was das Zeug hielt und wollte sich definitiv nicht dazu bewegen lassen nach rechts zu fahren, während Sophia mein Kommando als "Okay" gedeutet hatte um ohne uns schonmal vor zu fahren. Um Alexis davon zu überzeugen, dass der rechte Weg vielleicht doch nicht so schlecht ist, musste ich sie auf den Schultern und ihren Roller in der Hand tragen. Als wir endlich zu hause angekommen waren, glücklicherweise ohne dass jemand überfahren oder zurückgelassen werden musste, beschloss ich mir die nochmal zu überlegen, ob ich wirklich eigene Kinder haben wollte.

Vielleicht wisst ihr schon, dass das mit dem Gras rauchen hier in Vancouver nicht so eng gesehen wird. Es stinkt an jeder Ecke danach, wenn man durch die Stadt läuft. An einem Abend war ich gerade in der U-Bahn in Richtung Heimat, da stiegen drei Leute ein, die sich mit ihrem "bezaubernden" Duft nach Gras natürlich direkt neben mich stellen mussten. Man sah auf den ersten Blick, dass alle drei stockschwul waren, weshalb ich mich fragte, ob es Dreiecksbeziehungen auch unter Homosexuellen gibt. Die Szene war wie in einem Film. Vor mir stand mit dem Rücken zu mir eine Person mit langen Haaren, Tussi-Tasche, Lederjacke und Flip Flop, die jedoch iritierender Weise ein männliches Gesicht aufwies und als Kontrast dazu einen echten Busen hatte, den ich jedoch erst beim Aussteigen bemerkte. Gegenüber stand ein Mann, geschminkt und trug eine Hot Pants und der letzte Mann hätte vom Äußeren her als Normalo durchgehen können, wenn er sich nicht seltsam gestikuliert hätte. Das witzige war, dass sie sich über jeden Witz tierisch beäumelten und es ihnen nichts auszumachen schien, dass hier noch andere Leute in der Nähe waren. Nach einer Weile musste ich mir echt überlegen, ob die Drei nicht vielleicht eine Wette verloren hatten, weil es einfach total skurril und übertrieben war, aber es viel keiner aus seiner Rolle und der echte Busen überzeugte mich dann doch davon, dass sie nicht schauspielerten.

Das ist der Glasball, auch Science World genannt, in Vancouver, der häufig auch auf Postkarten zu sehen ist.


Hier sieht man Granville Island. Das ist eine Halbinsel in Vancouver, mit einer riesigen Markthalle und einem wunderschönen Blick auf den Hafen in Vancouver.

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Dienstag, 11. August 2015
Die ersten zwei Wochen in Kanada
Schon am dritten Tag habe ich eine Frau kennen gelernt, die sehr nett war. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und sprach die Mountainbikerin an, wo man den hier in der Gegend gut Fahrrad fahren könne. Daraufhin fragte sie mich, ob ich kurz Zeit hätte und machte mit mir eine Stunde lang eine kleine Fahrradtour auf der sie mir einige Wege zeigte. Da merkte ich schon, wie locker und nett die Kanadier sind im Vergleich zu den Deutschen.
Ein anderes Beispiel dafür ist auch der Tag an dem ich einen Laden mit Secondhand-Sportausrüstung suchte. Ich konnte ihn nicht finden und fragte daraufhin eine Frau. Aber anstatt einfach zu sagen, dass sie es nicht wisse, holte sie doch tatsächlich ihr Handy aus der Tasche und suchte für mich bei google maps. Leider war die Suche erfolglos und die Frau rief bei einer Art Infozentrale an um für mich nach dem Laden zu fragen. Nach einigem hin und her und Dank der großzügigen Hilfe der Frau konnte ich den Laden dann endlich finden, auch wenn er dann geschlossen war.
An einem anderen Tag sind die Familie und ich an den Strand gefahren und haben dort gepicknickt und sind geschwommen. Natürlich bin ich dort mit dem Fahrrad hingefahren, während die anderen das Auto bevorzugten.
Auch in Vancouver bin ich schon einige Male gewesen und habe mich dort ab und zu mit unterschiedlichen Leuten getroffen. Dieses Wochenende bin ich jedoch einfach mal ohne Verabredung durch Vancouver geschlendert und auf dem Weg nach Granville Island wollte ich mich versichern, dass ich die richtige Richtung anpeile und habe ein Mädchen gefragt, die jedoch auch nicht so genau wusste, wie sie zu der Insel kommen sollte. Also beschlossen wir zusammen dort hinzugehen. Zwei Minuten später schloss sich uns eine Backpackerin aus der Schweiz an, die das selbe Ziel hatte wie wir. Beide waren sehr nett und der Tag war total schön. Der einzige Moment, der vielleicht nicht ganz so schön war, war als ein Vogel auf Granville Island umbedingt über mir etwas los werden musste.





Shoppingstraße, direkt vor der Haustür

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